Es wird höchste Zeit, dass ich mal was über unseren viertägigen Kurzurlaub in Villa de Leyva schreibe! Mit dabei waren Laura, Dani und Wiebke, eine weitere Freiwillige aus Bogotá, dir wir erst bei der Abfahrt kennen gelernt hatten. Wir sind aber wunderbar miteinander ausgekommen und hatten alle ein paar wundertolle Tage dort. Villa de Leyva ist ein wunderschönes, kleines Kolonialstädtchen und liegt mit dem Bus etwa drei Stunden von Bogotá entfernt. Am letzen Samstag (12.11.) Morgen (wirklich sehr früher Morgen – um fünf haben Laura und ich das Haus verlassen) mussten wir zunächst mal den langen Weg vom Süden in den Norden antreten, denn dort fahren die Busse ab. Die Fahrt mit dem Transmilenio zum Portal Norte war reiner Horror! Samstag um diese Zeit ist es nämlich absolut nicht empfehlenswert Transmilenio zu fahren!! Die Bogotaner kennen halt auch absolut keinen Grenzen, wenn es darum geht, in den Bus zu kommen. Da wird gedrängelt, gestoßen, sich geschlagen, was da Zeug hält, nur damit man schnellstmöglich rein kommt. An Dreistigkeit wirklich nicht zu überbieten! Sowas sieht man in Deutschland nirgends! In den dritten Bus konnten wir uns mit unseren großen Rucksäcken schließlich zwängen und hatten eine Stunde Fahrt auf wirklich geringstem Raum vor uns. Laura hat die Fahrt nicht so gut verkraftet und war körperlich erst mal voll am Ende, als wir angekommen waren. Kann man ihr keinen Vorwurf machen, mit Rucksack eingezwängt und sehr schlechte Luft im Bus, da kann einem schon schnell schwindelig werden. Dagegen war die Weiterfahrt nach Villa de Leyva umso angenehmer
Dort angekommen waren wir erst mal angenehm überrascht von unserer Unterkunft, denn sie war einfach mal lila und pink!
Den ersten Tag haben wir damit verbracht, den Ort ein bisschen auszukundschaften. Nachdem wir auf der Suche nach einer angeblichen Therme (erfolglos!) von einem heftigen Regenschauer überrascht worden sind, haben wir uns an einem Haus untergestellt. Keine zwei Minuten später wurden wir von den Besitzern auf deren Terrasse eingeladen, bis der Regen vorbei war. Ganz selbstverständlich hat man uns dann Kaffee und Limo angeboten, war wirklich sehr amüsant. Die Kolumbianer sind einfach unheimlich gastfreundlich!
Ein besonderer Höhepunkt am ersten Tag sollte auch der Besuch des kleinen Weinstübchens von einem Deutschen werden. Laut den Schwestern gäbe es dort sehr guten Wein und was noch besser wäre: Deutsche Brotzeit! Voller Vorfreude sind wir dann also zu dem netten, kleinen Lokal spaziert. Kaum fünf Sekunden durch die Tür ist unsere Stimmung allerdings ganz schnell gekippt! Der angeblich so nette Deutsche hat sich nämlich als ein schon ziemlich besoffener Berliner älteren Semesters raus gestellt! Dementsprechend unangenehm war es auch, sich mit ihm zu unterhalten (von Begrüßungs-Bussis mal ganz zu schweigen) und eigentlich wollten wir nur schnellstmöglich wieder weg. Hat allerdings seine Zeit gedauert ihn abzuwimmeln und ihm möglichst freundlich zu sagen, dass man wann anders wieder kommt. Der Typ war uns, man kann es nicht anders sagen, wirklich sehr suspekt… DER Reinfall des Wochenendes!!
Am nächsten Tag haben wir uns dann auf gemacht, auch mal was anzuschauen! Erst sind wir zu den sogenannten Pozos azules gelaufen, kleine, sehr blaue Lagunen und danach ging es zur Casa de Barro, einem komplett aus Lehm gebauten Haus. Das war so was von genial!
Unsere zweite Wanderung am Montag war allerdings nicht ganz so erfolgreich. In der Nähe von Villa de Leyva gibt es in einem Nationalpark eine wunderschöne, herzförmige Lagune. Da wollten wir hin! In der Touri-Info hat man uns dann gesagt, dass es einen Bus gibt, der früh um sieben (!!) zu eben diesem Park fährt und nachmittags wieder zurück kommt. Von der Bushaltestelle wäre es dann noch etwa eine Stunde Laufen bis zum Park. Gesagt, getan!
Als wir dann letztendlich im Park angekommen waren, wurde uns (natürlich nachdem wie bezahlt hatten) gesagt, dass man jetzt noch etwa vier Stunden zur Laguna aufsteigen müsste… Mal davon abgesehen, dass das eine echt lange Strecke ist, hat man als Tourist nicht mal genügend Zeit dazu, da man ja wieder pünktlich am Bus sein muss. Ein Hoch auf die Olle aus der Touristen-Info!!! Dass die Kolumbianer es manchmal nicht so mit der Logik haben, wird uns immer wieder aufs Neue bewiesen… Gleich wieder gehen wollten wir aber auch nicht, und so sind wir eben ein bisschen gewandert. Laura und Dani sogar mehr als ein bisschen, die hatten nämlich ein Tempo drauf, für das Wiebke und ich irgendwie etwas zu langsam waren.
Nach zwei Stunden hatten Wiebke und ich keine Lust mehr, uns die Berge im Anden-Dschungel hoch zu quälen und während die anderen beiden fleißig weiter bergauf gestiefelt sind, sind wir bequem nach unten gelaufen und waren danach hier:
Nur soviel: Die anderen waren kurz vor der Lagune wegen eines Gewitters gezwungen umzudrehen und kamen völlig durchnässt unten an, wo Wiebke und ich schon seit gut zwei Stunden gesessen haben und uns auch so einen schönen Tag gemacht haben
Unsere Abendessen bestanden auch immer aus Nudeln oder Pizza, man muss schließlich nachholen, was man so nicht bekommt
Der Tag, an dem wir Heim gefahren sind, war so was von sonnig und warm, wunderschön! Kaum, dass wir in Bogotá waren, war der Himmel natürlich grau und alles war regnerisch. Wirklich nicht schön…
Bevor ich jetzt noch viel mehr erzähle: Hier sind jetzt noch ein paar Eindrücke von Villa de Leyva, hat uns sehr gefallen!
Zum Schluss was zum Schätzen: Wie viele Bohnen befinden sich in diesem Auto? …
Liebe Grüße in die Heimat!
Sarah















































































