Unser Kurzurlaub in Villa de Leyva :)

Es wird höchste Zeit, dass ich mal was über unseren viertägigen Kurzurlaub in Villa de Leyva schreibe!                                                                                                                                     Mit dabei waren Laura, Dani und Wiebke, eine weitere Freiwillige aus Bogotá, dir wir erst bei der Abfahrt kennen gelernt hatten. Wir sind aber wunderbar miteinander ausgekommen und hatten alle ein paar wundertolle Tage dort.                                             Villa de Leyva ist ein wunderschönes, kleines Kolonialstädtchen und liegt mit dem Bus etwa drei Stunden von Bogotá entfernt.                                                                                         Am letzen Samstag (12.11.) Morgen (wirklich sehr früher Morgen – um fünf haben Laura und ich das Haus verlassen) mussten wir zunächst mal den langen Weg vom Süden in den Norden antreten, denn dort fahren die Busse ab. Die Fahrt mit dem Transmilenio zum Portal Norte war reiner Horror! Samstag um diese Zeit ist es nämlich absolut nicht empfehlenswert Transmilenio zu fahren!! Die Bogotaner kennen halt auch absolut keinen Grenzen, wenn es darum geht, in den Bus zu kommen. Da wird gedrängelt, gestoßen, sich geschlagen, was da Zeug hält, nur damit man schnellstmöglich rein kommt. An Dreistigkeit wirklich nicht zu überbieten! Sowas sieht man in Deutschland nirgends!                                In den dritten Bus konnten wir uns mit unseren großen Rucksäcken schließlich zwängen und hatten eine Stunde Fahrt auf wirklich geringstem Raum vor uns. Laura hat die Fahrt nicht so gut verkraftet und war körperlich erst mal voll am Ende, als wir angekommen waren. Kann man ihr keinen Vorwurf machen, mit Rucksack eingezwängt und sehr schlechte Luft im Bus, da kann einem schon schnell schwindelig werden.                                                                                                                                                   Dagegen war die Weiterfahrt nach Villa de Leyva umso angenehmer ;)

Dort angekommen waren wir erst mal angenehm überrascht von unserer Unterkunft, denn sie war einfach mal lila und pink!

       

Den ersten Tag haben wir damit verbracht, den Ort ein bisschen auszukundschaften. Nachdem wir auf der Suche nach einer angeblichen Therme (erfolglos!) von einem heftigen Regenschauer überrascht worden sind, haben wir uns an einem Haus untergestellt.        Keine zwei Minuten später wurden wir von den Besitzern auf deren Terrasse eingeladen, bis der Regen vorbei war. Ganz selbstverständlich hat man uns dann Kaffee und Limo angeboten, war wirklich sehr amüsant. Die Kolumbianer sind einfach unheimlich gastfreundlich!

Ein besonderer Höhepunkt am ersten Tag sollte auch der Besuch des kleinen Weinstübchens von einem Deutschen werden. Laut den Schwestern gäbe es dort sehr guten Wein und was noch besser wäre: Deutsche Brotzeit! Voller Vorfreude sind wir dann also zu dem netten, kleinen Lokal spaziert. Kaum fünf Sekunden durch die Tür ist unsere Stimmung allerdings ganz schnell gekippt! Der angeblich so nette Deutsche hat sich nämlich als ein schon ziemlich besoffener Berliner älteren Semesters raus gestellt! Dementsprechend unangenehm war es auch, sich mit ihm zu unterhalten (von Begrüßungs-Bussis mal ganz zu schweigen) und eigentlich wollten wir nur schnellstmöglich wieder weg. Hat allerdings seine Zeit gedauert ihn abzuwimmeln und ihm möglichst freundlich zu sagen, dass man wann anders wieder kommt.                       Der Typ war uns, man kann es nicht anders sagen, wirklich sehr suspekt… DER Reinfall des Wochenendes!!

Am nächsten Tag haben wir uns dann auf gemacht, auch mal was anzuschauen! Erst sind wir zu den sogenannten Pozos azules gelaufen, kleine, sehr blaue Lagunen und danach ging es zur Casa de Barro, einem komplett aus Lehm gebauten Haus. Das war so was von genial!

Pozos azules

Laura und Wiebke :)

Vor der Casa de Barro :)

      

Unsere zweite Wanderung am Montag war allerdings nicht ganz so erfolgreich.                   In der Nähe von Villa de Leyva gibt es in einem Nationalpark eine wunderschöne, herzförmige Lagune. Da wollten wir hin! In der Touri-Info hat man uns dann gesagt, dass es einen Bus gibt, der früh um sieben (!!) zu eben diesem Park fährt und nachmittags wieder zurück kommt. Von der Bushaltestelle wäre es dann noch etwa eine Stunde Laufen bis zum Park. Gesagt, getan!

Als wir dann letztendlich im Park angekommen waren, wurde uns (natürlich nachdem wie bezahlt hatten) gesagt, dass man jetzt noch etwa vier Stunden zur Laguna aufsteigen müsste… Mal davon abgesehen, dass das eine echt lange Strecke ist, hat man als Tourist nicht mal genügend Zeit dazu, da man ja wieder pünktlich am Bus sein muss. Ein Hoch auf die Olle aus der Touristen-Info!!! Dass die Kolumbianer es manchmal nicht so mit der Logik haben, wird uns immer wieder aufs Neue bewiesen…                                              Gleich wieder gehen wollten wir aber auch nicht, und so sind wir eben ein bisschen gewandert. Laura und Dani  sogar mehr als ein bisschen, die hatten nämlich ein Tempo drauf, für das Wiebke und ich irgendwie etwas zu langsam waren.

Auf dem Weg zum Nationalpark :)

Nach zwei Stunden hatten Wiebke und ich keine Lust mehr, uns die Berge im Anden-Dschungel hoch zu quälen und während die anderen beiden fleißig weiter bergauf gestiefelt sind, sind wir bequem nach unten gelaufen und waren danach hier:

Nur soviel: Die anderen waren kurz vor der Lagune wegen eines Gewitters gezwungen umzudrehen und kamen völlig durchnässt unten an, wo Wiebke und ich schon seit gut zwei Stunden gesessen haben und uns auch so einen schönen Tag gemacht haben ;)

Unsere Abendessen bestanden auch immer aus Nudeln oder Pizza, man muss schließlich nachholen, was man so nicht bekommt ;)

Der Tag, an dem wir Heim gefahren sind, war so was von sonnig und warm, wunderschön! Kaum, dass wir in Bogotá waren, war der Himmel natürlich grau und alles war regnerisch. Wirklich nicht schön…

Bevor ich jetzt noch viel mehr erzähle:                                                                                      Hier sind jetzt noch ein paar Eindrücke von Villa de Leyva, hat uns sehr gefallen!

     

Mein persönliches Highlight: Unsere Strumpfhosen-Freunde!

Zum Schluss was zum Schätzen: Wie viele Bohnen befinden sich in diesem Auto? …

...das ist Bogotá ;)

Liebe Grüße in die Heimat!

Sarah :)

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“Na aber es gibt doch zwei Deutschlands!!” – Ihr netter Taxifahrer von nebenan!

So, jetzt bin ich endlich mal dazu gekommen mal wieder was zu schreiben. Sind ja doch einige Tage vergangen seit dem letzten Mal und dementsprechend gibt’s auch Einiges zu berichten ;)

Ich fang am Besten von vorne an, nämlich Halloween. Gleich vorweg: Furchtbar!                 Die feiern das hier halt wirklich auch nach Ami-Manier, alle verkleiden sich so, wie sie gerade lustig sind und mit Halloween, wie wir es in Deutschland kennen, hat das hier wenig zu tun. Erinnert echt eher an Fasching. Für die Kinder natürlich eine riesen Gaudi. Man tarnt die ganze Feierei übrigens auch gerne, indem man den 31. auch als „día de los niños“ bezeichnet, um so Aktivitäten mit den Kindern in den Schulen machen zu können. An sich eine tolle Sache und erheblich sinnvoller als der ganze Halloween Rest.

Auch bei uns im Colegio wurde dieser Tag gefeiert. Alle Lehrerinnen haben sich verkleidet und mit ihren Klassen eine kleine Präsentation vorbereitet. Natürlich wurden auch wir mit eingeplant und so hat man irgendwann beschlossen, wir sollen doch bitte mit zwei weiteren Lehrerinnen eine Zaubershow auf die Beine stellen. Hat uns im ersten Moment schon etwas überfordert, da wir weder super Tricks auf Lager haben, noch Lust hatten uns welche anzueignen. Schließlich hat man uns Tricks vorgeschlagen, was uns jedoch erst mal seeeehr ins Zweifeln gebracht hat. Die waren nämlich so billig (unter anderem ein selbstgebastelter Hut mit deutlich sichtbarem doppeltem Boden, aus dem Laura dann magischerweise siffige Stofftiere gezogen hat), dass wir uns sicher waren, dass das Ganze der größte Reinfall wird, vor allem bei den Kindern ab der 3. Klasse…                                    Zu unserer Überraschung mussten wir allerdings feststellen, dass alle Kinder jeder Altersstufe absolut fasziniert waren. Das hat uns mal wieder klar gemacht, wie einfach diese Kinder doch zu begeistern sind, weil sie so was einfach nie zu sehen bekommen.  Hätte in Deutschland mit diesen Tricks niemals funktioniert!

Beim Basteln für die Zaubershow ;)

Am Abend haben wir uns dann Richtung Norden aufgemacht, um Dani zu besuchen.       Plan war bei ihr zu übernachten und am Abend noch bisschen raus zu gehen.

Die Taxifahrt zu ihrer Wohnung war auch mehr als amüsant. Feststellung 1 des Taxifahrers: ” Na es gibt doch zwei Deutschlands!“ Schlossfolgerung und Festellung 2: „Angela Merkel kommt aus dem Osten, ist Kommunistin und weil sie doch Bundeskanzlerin ist, muss Deutschland kommunistisch sein!“ Netter Mann, wirklich :D

Wir sind dann mit der Dani erst mal eine richtig gute Pizza essen gegangen, was Laura und mich so was von glücklich gemacht hat ;) Der anschließende Plan hier und da noch was zu trinken wurde aber schon beim ersten Cocktail zunichte gemacht, da man mir auch einfach blanken Tequila mit Eis verabreicht hat..                                                                                  War aber letztendlich dann noch ein schöner Abend. Die Nacht war für uns auch wunderbar, Dani wohnt nämlich wunderschön (Blick über die ganze Stadt) und für uns, die wir im armen und lauten Süden wohnen, fast ein bisschen wie Urlaub – vor allem konnten wir mal ausschlafen, weil es einfach ruhig war…Luxus!!

Nächsten Abend waren wir dann auf eine Halloween Party einer Lehrerin, Liliana, eingeladen. Wir haben uns dann irgendwie auch ein Kostüm zusammengebastelt, da man bitte verkleidet kommen sollte (Bilder folgen noch!). Alles, um dort feststellen zu müssen, dass eigentlich kaum wer verkleidet war. Zum Glück waren wir eh nicht so kreativ und daher auch nicht mega verkleidet. Dort gab es dann abwechselnd Karaoke- und Tanzrunden. Solange gesungen wurde war noch alles wunderbar, wir haben zwar kein einziges Lied gekannt, aber was solls. Die Tanzrunden waren allerdings nicht so unser Geschmack. Hier wird grundsätzlich viel Paartanz getanzt und mal davon abgesehen, dass keine von uns Merengue oder Ähnliches tanzen kann (lässt sich mit permanentem Hinterngewackel allerdings gut improvisieren), fanden wir die ständigen Aufforderungen der Männer echt lästig. Man hier  auch so was von entgeistert angeschaut, wenn man einfach Nein sagt. Das ist hier nämlich einfach so: Mann will tanzen, Frau hat zu tanzen! Seh ich aber ehrlich gesagt gar nicht ein!! Leider waren wir als Ausländer halt auch mal wieder die Attraktion des Abends und so wurden wir von einem Typ zum Nächsten zum Tanzen durchgereicht. Weiß gar nicht, wie oft wir uns wieder anhören durften wir schön denn unsere Augen sind und dass wir ja so toll groß sind. Nervt irgendwann nur noch!!

Letzte Woche waren an einem Vormittag einige Mönche zu Besuch in der Schule, um mit den Kindern der 3., 4. und 5. Klassen einige kleine Spiele zu machen. War echt ne tolle Sache, hat viel Spaß gemacht und die Kinder fanden das natürlich super! Die Spiele waren alle in Richtung Teamwork, Vertrauen usw. aufgebaut und für alle war das eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag!

Quinto A mit Profe Caro, Mönch und mir :)

Erwähnenswert ist auch der Tierbesuch, den wir hatten. Vor einiger Zeit hatten wir mal festgestellt, dass eine Maus (wir hatten es zumindest vermutet) unser Mehl angefressen hatte. Die Schwestern haben uns dann Gift gegeben, das haben wir ausgelegt, aber nie sah es so aus, als ob etwas davon gefressen hätte. Als es nach einigen Tagen dann gewaltig das Stinken angefangen hat, war uns klar: Da liegt irgendwo was Totes! Dummerweise halt hinter der Küchenzeile, weshalb Männer aus dem Projekt kommen mussten, um die Schränke raus zu schrauben. Die sind auch fündig geworden. War allerdings dann keine Maus, sondern einfach mal eine eklige, fette Ratte! Nicht lecker, aber hier absolut normal…

Wer bisher alles gelesen hat: Sehr brav und freut mich! Jetzt kommen gleich wundertolle Bilder vom Wochenende!

Dieses Wochenende war ja wieder Puente – Brückentag.                                                          Sonntag haben wir uns mal in den hisorischen Stadtteil Bogotás, La Candelaria, aufgemacht. Vorher haben wir uns ein Haus mit großem Garten von Simon Bolívar angeschaut, wunderschön! Danach haben wir uns auf die Suche nach der Candelaria gemacht und nach einigem Hin und Her (hier ändert man anscheinend dauernd die Straßen- und Hausnummern) wurden wir dann auch fündig. Sieht wirklich nett dort aus, schöne, alte Häuser usw. Der alte Marktplatz hat uns allerdings etwas enttäuscht. An sich ein netter Fleck, nur was da für Leute rum hängen… Lauter Fertige, von denen man sich dann noch irgendwelche Kommentare anhören muss. Da haben wir uns nicht lang aufgehalten…

Laura, Baronin von Münchhausen....

Garten Simon Bolívar

La Candelaria

Mittag gabs dann mal wieder richtig landestypische Kost: Ajiaco. Das ist eine Art Kartoffelsuppe mit Hühnchen, zu der man Reis und Avocado serviert. Einfach und sehr lecker! Auch wenn’s auf dem Bild etwas seltsam aussieht ;)

Montag war super! Wir waren in Naturpark Chicaque zum Wandern. Der Bus dahin ist leider mal wieder so was von unpünktlich losgefahren, dass wir fast schon geärgert haben, aber da steht man drüber. Dort war es jedenfalls wunderschön! Der Park trägt auch den Beinamen Cloud Forest und macht diesem alle Ehre. Man ist wirklich mitten in den Wolken und schaut dementsprechend die meiste Zeit ins Weiße :) Total verrückt! Manchmal lockert es auf und man hat einen wahnnsinns Blick nach unten. Vom Eingang aus steigt man erst mal eine Ganze Weile ab in ein Tal, muss dann halt auch wieder hoch.. Uns hat das richtig gut getan mal wieder raus zu kommen, war zum Teil auch echt anstrengend, aber hat sich wirklich gelohnt!

Diese Woche helfen wir im Ernährungsprogramm mit. Es gibt hier in Kolumbien eine spezielle Zusatznahrung für Kinder, die von Organisationen und Einrichtungen an die Leute verteilt wird. Über das Gewicht und die Größe der Kinder wird regelmäßig Protokoll geführt. Diese Woche werden die ganzen Kinder, die von FISDECO diese Zusatznahrung erhaltten mal wieder gewogen und gemessen, um einen Überblick über die Verteilung zu haben und ob das Ganze den Kindern überhaupt verabreicht wird, usw. Was man da so mitbekommt ist teilweise schon echt hart. Da kommen junge Frauen, viele nicht älter als wir, meistens sogar jünger mit ihren Kindern… kein Schulabschluss, kein bekannter Vater, nichts. Viele haben ihr erstes Kind schon mit 14 bekommen, sind jetzt 20, so alt wie wir, und haben bereits 4 Kinder… Da treffen irgendwie schon Welten aufeinander.

So, das war diesmal viel zu lesen, ich weiß. Bin vorher nur leider wirklich nicht zum Schreiben gekommen!

Übrigens: Das war Bogotá noch um 1850... nett oder ;)

Ich wünsch euch allen was, lasst es euch gut gehen!

Liebe Grüße

Sarah

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Von schicken Nonnenschleiern und unserer peinlichen Flucht vor dem Busfahrer

Dem glückliche Umstand, dass der letzte Montag Brückentag war (día de la raza) verdanken wir es, diesmal wieder ein schönes, mega lustiges und vor allem verlängertes (!!) Wochenende verbracht zu haben.

 Profesión perpetua de la Hna. Yolanda

Samstag Morgen haben wir uns erst mal auf den Weg hoch nach Santa Silvia gemacht, um dort in den Gottesdienst und danach zu Feier zur ewigen Profess von Schwester Yolanda, eine der kolumbianischen Schwestern zu gehen. Die Frage, was man anzieht hatte uns schon Tage vorher beschäftigt, nachdem uns nach einem Gespräch mit den Lehrerinnen klar wurde, dass wir wohl doch nicht so einfach in Jeans da antanzen können. Haben letztendlich ja was passendes gefunden! Die Kirche war sehr schön, das Schulorchester hat den Gottesdienst mitgestaltet und auch so war die ganze Zeremonie sehr emotional und schön!

Mit der glücklichen Ewigen, Hna. Yolanda :)

Danach ging es zum Sektempfang, wo es super leckeren Kuchen gab und wir beim servieren mitgeholfen haben. Das Seltsamste war allerdings, als wir irgendwann feststellen mussten, dass sämtliche der anwesenden jungen Kolumbianer angehende Mönche sind…

Die Top 30 der geladenen Gäste wurden dann noch zum Mittagessen ins Haus der Schwestern eingeladen. Auch da haben wir geholfen, wo es nur ging. Wurde auch sehr amüsant, als es Wodka-O zum Aperitif gab und manch einer gar nicht genug Wodka im O-Saft haben konnte ;)

Highlight des Tages war aber dann, als Laura und ich mit den Schwestern in deren Wohnbereich sollten, um Kaffee zu machen. Die haben die Gelegenheit gleich genutzt, um uns mal kräftig auf den Arm zu nehmen. Ganz ernst haben sie uns erzählt, dass wir, wenn wir in den Wohnbereich wollen, einen Schleier tragen müssen. Wir haben das natürlich voll geglaubt und erst, als sie uns mit dem Schleier wieder runter vor versammelte Mannschaft haben gehen lassen, wurde uns klar, dass irgendwas faul sein muss. Gab natürlich richtig viel Gelächter….zu Recht ! Wobei ich ja finde, der Schleier steht uns wunderbar, wäre ja fast ne Überlegung wert! Haha :D War wirklich ein wunderbarer Tag!

Sonntag wollten wir eigentlich schön gemütlich im Jardín Botánico verbringen, allerdings hat uns da das Wetter dann gehörig einen Strich durch die Rechung gemacht. Kurzentschlossen sind wir einfach mal wieder nach Usaquén gefahren und haben den Nachmittag auf dem Markt und im Einkaufszentrum verbracht – natürlich mit dem fast schon obligatorischen Abstecher zu Crepes&Waffles…ist einfach zu gut, um daran vorbei zu gehen ;)                                                                                                                                             Wir haben übrigens nicht schlecht gestaunt, dass schon alles so schön weihnachtlich dekoriert (!!) war, ist ja schlimmer als in Deutschland!

Nickerchen am frühen Abend, immer wieder gerne ;)

Laguna de Guatavita

Der Montag hat für uns schon früh angefangen, um sieben sind wir aus dem Haus. Unser Ziel: Laguna de Guatavita in der Nähe Bogotás.

Das ist ein Bergsee auf über 3000 m Höhe, der einst durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist und um den sich viele Mythen ranken. Der See war heiliger Ort der Muiscas, einem alten Indianervolk Kolumbiens und ist vor allem wegen des El Dorado Mythos berühmt, einer Zeremonie, die tatsächlich dort stattgefunden haben soll.

„Jeder neue Herrscher der Muisca  brachte bei seinem Amtsantritt ein Opfer für den Sonnengott im Bergsee von Guatavitadar. Nachts wurden Freudenfeuer entzündet, und der nackte Körper des Fürsten wurde mit einer Paste aus Goldstaub überzogen. Zusammen mit vier Höflingen fuhr der Fürst auf einem Floß zur Mitte des Sees. Das Floß war mit vielen verschiedenen Goldgegenständen und Edelsteinen beladen. Die Gefährten opferten diese Gegenstände, indem sie diese ins Wasser warfen. Danach sprang der König in den See, und der Goldstaub auf seinem Körper sank, zusammen mit Smaragden und Gold, welches die Priester als Opfer in den See warfen, auf den Grund“   …Wikipedia hilft ;)

Als Beweis für diese Legende gilt das Goldfloß von Eldorado, das man heute im Goldmuseum in Bogotá ansehen kann.

Es wurden im Laufe der Jahre mehrfach Versuche unternommen, den See abzulassen oder auf den Grund zu Tauchen, auf der Suche nach den Goldstücken. Allerdings blieben viele der Versuche ohne großen Erfolg und es wurde weitaus weniger Gold geborgen, als erwartet. Heute ist Guatavita kolumbianisches Nationalerbe.

Natürlich war es wie immer erst mal eine halbe Odyssee nach Portal Norte zu kommen, von wo aus die Busse nach Guatavita fahren, aber was soll man machen…

Im Ort Guatavita angekommen, haben wir erst mal Bekanntschaft mit dem Sportlehrer Carlos gemacht, ein sehr netter Mann, und versucht einen Bus zu finden, der uns hoch zur Lagune bringt. Hat alles wunderbar geklappt, bis wir im Bus saßen. Eingepfercht (wir Deutsche sind wohl einfach zu groß…) haben wir hinten im Bus eine halbe Abgasvergiftung bekommen. Im Ernst, das kann nicht gesund gewesen sein, was wir da eingeatmet haben… Kaum oben angekommen hats dann natürlich erst mal zu regnen angefangen, aber wir wissen ja, es gibt nur falsche Kleidung ;)                                                                             Irgendwann kam die Sonne auch wieder raus und alles sah gleich gaaaanz anders aus, was mich irgendwann dazu veranlasst hat, zu glauben, wir stünden jetzt vor einem anderen See…

La Laguna de Guatavita... bei Siffwetter!

...wieder Sonne :)

Auf dem Weg zurück mussten wir dann, peinlicherweise aus Geldknappheit (wir mussten ja auch noch wieder zurück nach Bogotá kommen), vor dem Busfahrer flüchten, der uns unbedingt wieder mit runter nehmen wollten, wir uns aber die Fahrt nicht mehr leisten konnten (wäre ja auch ein Schmarrn, wenn man hier überall wo ein Visa Zeichen ist, auch wirklich Geld kriegen würde…) Also sind wir halt frohen Mutes die 7 km Richtung Tal gestapft und irgendwo in der Pampa gelandet. Zum Glück kam dann auch wieder Straße und wir wurden von einem kolumbianischen Pärchen, dass wir oben am See kennen gelernt hatten aufgegabelt. Die haben uns netterweise bis nach La Calera mitgenommen, wo wir für den Rest einen Bus genommen haben.

Irgendwo im Nirgendwo ... mit Pferd!^^

Leider hat der Bus dann nicht Portal Norte gehalten, weshalb wir unsere Pommes-Session bei Corral (Fast-Food Kette) ausfallen lassen mussten und ich jetzt wohl bis Samstag bei Laura Duschbad schnorren muss oder mit Seife statt Duschbad duschen muss…                Das gibt’s nämlich komischerweise nur im riesigen Supermärkten (wie z.B. der beim Portal Norte) und nicht gerade billig. Shampoo ist auch mega teuer! Ich glaub, die duschen hier halt wirklich einfach nur mit Seife…

Tja, Wir haben mal wieder super viel erlebt dieses Wochenende und meistens ist es grad dann, wenn man keinen Plan von nix hat und spontan entscheidet, am lustigsten ;)

Liebe Grüße in die Heimat,                                                                                                          lasst es euch gut gehen! :)

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Marmor, Stein und Eisen bricht… aber unsere Achse nicht!!

Highlight der vergangenen Tage: Laura und Sarah on Tour als Alleinunterhalter der 5. Klassen! Nachdem jetzt erst mal Ferien sind, hat eine der kolumbianischen Schwestern beschlossen, wie schön es doch wäre, wenn wir Freitag vor der Ferien mal ein deutsches Kontrastprogramm machen würden. Gesagt, getan! Nachdem wir mit viel Mühe den kolumbianischen Kids Völkerball zu erklären versucht haben (hat letztendlich super geklappt! Die lieben es!), haben wir Marmor, Stein und Eisen bricht vor allen zum Besten geben müssen und allen versucht beizubringen… die Kids findens natürlich sooo cool, was Deutsches zu können! Aber war echt einfach nur lustig ;)

Hier sind jetzt auch mal zwei Bilder von der Schulaufführung letzte Woche, der „izada de bandera“. Wie gesagt, die findet alle zwei Wochen statt, immer eine andere Klasse bereitet was vor, diesmal war das Thema der „día de la raza“, der jetzt bald gefeiert wird.

 

 

Nachdem dann das Wochenende wieder bevorstand und wir noch nicht viel geplant hatten, haben Laura und ich beschlossen Samstag und Sonntag mal weg zu fahren. Einfach mal raus aus Bogotá. Dani war auch mit von der Partie und als Reiseziel wurde letztendlich Zipaquirá  festgelegt. Dank unseres Reiseführers hatten wir auch gleich ein nettes Hotel ausgesucht, die Schwestern haben das Ganze für uns gebucht und typisch für hier musste das Geld schon im Voraus überwiesen werden. Nachmittags hat mich das Hotel dann auch gleich auf meinem Handy angerufen… Telefonieren auf Spanisch ist nämlich noch so ne Sache, lief aber besser als erwartet ;)

Samstag haben wir uns dann also in der früh auf die Socken in Richtung Portal Norte (nördlichste Transmileniostation) gemacht – allein dafür braucht man von uns aus mindestens eine Stunde… Angekommen haben wir Dani aufgegabelt und nach einigem Hin und Her saßen wir dann in einem kleinen Bus in Richtung Zipaquirá. Die Fahrt hat etwa eine Stunde gedauert und 1,50 € gekostet… Nur, um mal ein Preisbeispiel zu geben.

Catedral de Zipaquirá, Plaza Principal

In Zipa haben wir gleich mal das Hotel erkundet und festgestellt, dass Laura und ich für umgerechnet schlappe 30 Euro oder so, ein wirklich sehr schönes und sauberes Doppelzimmer bekommen haben. Der Innenhof vom Cacique Real, dem Hotel, war so was von schön, wahnsinn! 

Am gleichen Tag haben wir dann die bekannte Catedral de Sal unsicher gemacht. Das ist eine Kirche unter der Erde in einer ehemaligen Salzmine. Leider ziemlich überlaufen, aber doch schön! Danach gings weiter ins archäologische Museum, was eher ein Reinfall war…wir waren irgendwie auch weit und breit die einzigen Besucher dort…

Vor der Catedral de Sal in Zipaquirá

Amüsant wurde es dann gegen Abend: Wir hatten wirklich Hunger, aber alle Restaurants, an denen wir vorbei gelaufen sind, sahen eher siffig“ aus. Am Ende ist uns dann nichts anderes übrig geblieben und wir habens gewagt und das am wenigsten “siffige” genommen!

Zum Glück, denn das Essen dort war dann der absolute Hammer, super leckere traditionelle kolumbianische Küche und Berge von Essen!! Wir haben gar nicht alles geschafft =) Elende Vorurteile!

Am nächsten Morgen sind wir dann weiter nach Nemocón gefahren, einem kleinen Örtchen unweit von Zipa, wo es eine Salzmine zu besichtigen gibt. Ein wunderschönes Dörfchen und gar nicht viele Touristen. Die Mine selbst war wunderschön! Das Coolste waren die „Espejos de Agua“, also Wasserspiegel. Da ist einfach ein Becken mit Wasser am Boden und die Decke spiegelt sich darin. Das sieht so was von genial aus! Als ob man in das Wasser springen und auf den Boden tauchen könnte, weil unten eine Höhle ist, Wahnsinn! Leider kommt das alles auf den Fotos nicht halb so gut, wie in Wirklichkeit…

Espejo de Agua in Nemocón

Nemocón ist echt ein schnuckeliges Örtchen, total schön!

Bald gings dann auch wieder nach Hause zurück mit einem Bus….aber was für einer! Die schüren wie die Bekloppten durch alle Schlaglöcher durch, wahrscheinlich noch absichtlich… Deutsche Schlaglöcher sind absolut nichts verglichen mit denen hier! Ich bin in Bogotá aus dem Bus raus und mir war nur noch schlecht! Aber hauptsache gleich mal nen Abstecher zu Dunkin Donuts Bogotá gemacht ;) Das haben wir uns gegönnt, nachdem wir beim Warten auf den Bus eine Truppe alter, halb-betrunkener, kolumbianischer Männer ertragen mussten,…uaaah, da wünscht man sich manchmal wirklich einfach braune Augen, damit keiner nervt…

Aber alles in allem bin ich echt richtig begeistert vom Wochenende, hat nämlich alles gut geklappt und war einfach schön! =)

Diese Woche arbeiten wir also wieder im Kindergarten, weil Schulferien sind. Läuft aber inzwischen sogar mit den Kleinen ganz gut, was Verständigung usw. betrifft. Und die freuen sich natürlich immer riesig, wenn man irgendwie Telefonieren oder Piraten mit ihnen spielt oder sowas. Ich finds auch cool, denn nachdem ich inzwischen mehr reden kann, kann ich mitspielen!

Und wer will nicht gern Pirat sein? “Do what you want ’cause a pirate is free! …”              Grüße an den Rest der Crew! Und an alle anderen natürlich auch!

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“Deutschland? – Hier!” und die gute alte kolumbianische Logik

Seit letzter Woche arbeiten wir ja in der Schule und dort war Einiges los.                            Mittwoch war „un día especial“ im colegio. Seit Juli spielen die jeweiligen Klassenstufen gegeneinander Fuß- und Basketball und jede Klasse ist ein Land. Mittwoch war nun die Abschlussveranstaltung dazu und jede Klasse hat eine kleine Präsentation vorbereitet. War wirklich schön, alle haben sich viel Mühe gegeben, auch wenn’s teilweise etwas langwierig war bei insgesamt zwölf Klassen. Natürlich war auch Deutschland mit von der Partie! Mit Goleo, dem Maskottchen der WM 2006 und eher mäßigen, aber durchaus amüsanten „Deutschland? – Hier!!“ Rufen der Klasse.

el equipo alemán

Zur Belohnung gab es für jede Klasse einen Pokal – selbst gebastelt. Auch Laura und ich waren bei den Vorbereitungen mit dabei und haben fleißig an den zwölf Trophäen mit rumgewerkelt! Ich finde ja die sind wirklich toll geworden, war auch viel Arbeit! Aber hat sich gelohnt, die Kids fandens super! ;)

marcha final

Wenn wir grade bei Aufführungen sind: Hier im colegio gibt es alle zwei Wochen in der Früh eine Schulaufführung zu einem bestimmten Thema, das immer eine Klasse vorbereitet. Da ist die ganze Schule eingeladen, es wird die Nationalhymne gesungen und dann präsentieren die Kinder Tänze und Lieder. Ist auch immer recht nett und süß ;)

Und dauernd bekommen wir irgendwas geschenkt von den Kindern. Mit Glück ist es was zu Naschen oder Arequipe (Karamellzeug, ganz typisch für hier und ich steh so was von auf das Zeug!)  oder irgendwelche Püppchen oder gemalte Bilder. Meistens einfach Kitsch, aber darauf stehen die hier. Leider werde ich hier grundsätzlich ohne H geschrieben, mein schönes H!! Aber eigentlich sind wir hier für jeden nur Sarita und Laurita, die verniedlichen nämlich alles, was sie gerne haben ;)

Arequipe!! Ich liebe es =)

Wie schon mal erwähnt, sind Laura und ich jede Woche ein oder zweimal mit zwei Schwestern oben in San Jouaquín bei einem Seniorentreff. Dort treffen sich regelmäßig ältere Leute zum Beisammensein, Spielen, Singen, usw. Zuerst liest eine der Schwestern zusammen mit den Alten eine Geschichte in der Bibel, vorher macht sie vielleicht ein Quiz oder spielt ein Lied. Danach machen alle zusammen ein bisschen „Sport“. Mit Reifen oder Bällen und Musik. Für die Alten ist das einfach immer ein riesen Spaß. Die kommen auch alle einfach gerne, weil sie dann mal von Zuhause raus kommen und Platz haben usw. Bei schönem Wetter gehen alle raus auf die Wiese. Da sind die immer so selig, denn zuhause hat niemand irgendwie Wiese und in der ganzen Ciudad Bolívar, dem Süden Bogotás, ist Grün eher selten. Dann legen die sich einfach in die Sonne auf der Wiese oder spielen Ball und sind glücklich. Zum Schluss beten dann alle gemeinsam einen Rosenkranz.       Ingesamt eine tolle Sache, macht auch echt immer Spaß!

Sonntag waren wir zusammen mit Dani, einer Deutschen, die nun für vier Jahre in der dt. Botschaft hier arbeitet, in Usaquén. Das ist der nördlichste Stadtteil und wirklich recht schön. Wir sind dort auf einen Markt, wo es wirklich wunderschöne Sachen gibt und wir unseren ersten Coca Blätter Tee erworben haben. Angeblich das Wundermittel schlechthin, hilft eigentlich gegen alles ;) Mittags haben wir dann Spaghetti mit Pesto gegessen – hat mich echt glücklich gemacht! War wirklich ein schöner Nachmittag.

Musiker auf dem Markt in Usaquén

Vormittags waren wir mit den Schwestern beim Parozinium der dt. kath. Gemeinde.  Sowas ist halt immer schön, um andere Deutsche kennen zu lernen!                                      Jetzt kennen wir auch den deutschen Botschafter :D                                                                     In der Mall in Usaquén haben wir deutsches Brot (!!!) bekommen. Ich hab klar schon Besseres gegessen, aber im Gegensatz zu dem, was wir sonst an Brot haben, ist das der Wahnsinn! Brot hier ist eh immer für eine Überraschung gut. Wenn man da nicht die Etiketten bis ins kleinste Detail liest, hat man immer solche Späße wie Brot mit Weinbeerlich und Erdnüssen auf dem Tisch. Und wenn diese Füllungen das halbe Brot einnehmen, ist das Ganze nicht mehr so toll. Das widerlichste bisher war aber eines unserer ersten Brote. Da war in der Mitte einfach so ein fester Butterklumpen, der sehr seltsam und eklig geschmeckt hat… Ja das mit dem Brot ist hier so ne Sache. Aber gut zu wissen, dass man im Norden auch gutes Brot bekommt. Dafür fahr ich auch gerne ne Stunde Transmilenio!

pan alemán - sackteuer, aber echt gut!

Übrigens sehr geil  ist Crepes&Waffles! Das wird echt mein Lieblingsladen hier, da gibts so leckere Sache und auch echt nicht teuer…mhh =) Ich glaub in Deutschland gibts den gar nicht…

Vieles hat hier auch durchaus seine Vorzüge, Frühstück zum Beispiel:

Obst - ganz viel leckeres Obst mit Kumis (Trinkjoghurt) ;)

Unser Hauptnahrungsmittel: Bananen! Die Kleinen (chiquititas) sind einfach so lecker =)

Im Übrigen ist das Transmilenio System gar nicht sooo kompliziert, wie alle Kolumbianer meinen. Die sind nur einfach nicht in der Lage geregelte Pläne zu lesen und anzuwenden… wir haben das ja schon voll ausgecheckt ;)

Die Kolumbianer haben eh zum Teil eine Logik, die macht für Deutsche einfach keinen Sinn. Die machen und sagen Sachen, da langt man sich echt an den Kopf…                        Zum Beispiel: Neulich laufen wir zur Arbeit, versuchen drei Männer eine Fensterscheibe von der Straße nach oben auf die Dachterasse zu ziehen. Das Ganze Ding absolut null abgepolstert und nur an einem schlecht befestigten Seil baumelnd. Jeder normale Mensch sieht, dass das nicht gut gehen kann! Und natürlich brauchts keine Minute und die Scheibe liegt kaputt am Boden. Wahrscheinlich hat die Familie ewig dafür gespart, aber dass man dann bei so was einfach erst mal nachdenkt, überlegt und plant, bevor man handelt oder was sagt, das geht hier glaub ich gar nicht!

Ich bleib da lieber bei meiner deutschen Logik, die ist um einiges … logischer!  ;)

In diesem Sinne,                                                                                                                         liebste Grüße in die Heimat!                                                                                                            Lasst es euch gut gehen, Wetter scheint ja noch wundertoll zu sein Deutschland!

Sarah

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Von Babyziegen und den täglichen Tücken des Busfahrens

So inzwischen sind ja wieder einige Tage vergangen, in denen auch einiges Nennenswertes passiert ist ;) Zuerst mal geht’s uns gut, alles ist bestens. Ich werd jetzt einfach mal von unserem Wochenende erzählen, denn das war zum Teil nicht ohne.

Jetzt kommt erstmal viel Text, aber zu Belohnung fürs Lesen kommen unten dann auch Bilder ;)

Samstag sind wir in der früh in ein Einkaufszentrum gefahren und wollten nach Hause wieder den Bus nehmen. Normalerweise nehmen wir einen Bus auf dem unter anderem „Estrella“ oder „Lucero Alto“ steht und der in unsere Richtung fährt. Dann steigen wir an einer Straßenecke aus, von der wir noch ca. 7 Min. nach Hause in unser Viertel „Meissen“ laufen. Jetzt gibt es halt auch Busse, auf denen vorne Meissen steht und natürlich fragt man sich, ob dieser Bus nicht vielleicht noch näher an unser Haus fährt… Ja also nichts wie rein, rausfinden.

Anfangs war noch alles gut, wir haben auch die Straßenecke passiert, an der wir gewöhnlich aussteigen, nur heute war uns (vor allem Laura!!) danach mal sitzen zu bleiben und zu schauen, was passiert. Gleich vorweg: FEHLER!!Bus fährt weiter, immer weiter tiefer in die armen Viertel, die sich auf den berg erstrecken, immer höher und höher. Naja, wir haben weiter gehofft, dass der Bus sicherlich bald wieder umdreht und wieder nach unten fährt. Auch falsch. Ganz oben, schon fast in der Pampa, wirklich am äußersten Rand war Endstation und wir mussten aussteigen.

So… da waren wir nun, sonst wo in Bogotá, mit unseren Einkaufstüten und weit und breit kein Bus mehr, der nach unten fährt. Also blieb uns nichts anderes übrig, als zu laufen. Und wir sind wirklich schnell gelaufen. Denn dort oben sind zum Teil nur noch Wellblechhütten, kein Mensch auf der Straße usw., wirklich sehr mulmiges Gefühl da so bepackt durchzulaufen. Wir haben kein Wort gesagt, damit niemand merkt, dass wir Ausländer sind ;) War übrigens ne schöne Aussicht, aber meinen Foto wollte ich dann doch nicht auspacken… Also gibts hiervon keine Bilder =P

Naja, nach einiger Zeit und viel Adrenalin wurde es dann wieder belebter und zack sind wir rein in den nächsten Bus…ganz oben fahren wohl nicht mal mehr welche…Jetzt sind wir jedenfalls schlauer und steigen zukünftig wieder an der Straßenecke aus, des brauch ich nämlich nicht noch mal erleben ;)

Nachmittags sind wir dann zum Mithelfen zu so offenen Kinder- und Jugendtreffs gegangen. Macht echt Spaß und wir hatten eh nichts vor.

 

Der Sonntag war um Einiges durchgeplanter und toller! Wir sind zusammen mit den deutschen Lutheranern zum Wandern gegangen. Das war megaschön =)

Da wir aber im Süden wohnen und zum Treffpunkt erst mal durch die ganze Stadt müssen, sind wir schon um halb sechs in der Früh aus dem Haus. Aber das wars wert!Die Leute sind super nett, wir haben auch schon neue, wertvolle und nützliche Kontakte geknüpft und ich denke wir werden da jetzt jeden Monat mit zum Wandern gehen!

Erst sind alle mit einem kleinen Bus etwa eine Stunde in einen Nationalpark gefahren, dort wurde gewandert. Leider hat das Wetter nicht ganz gehalten, hat uns aber gar nichts ausgemacht, denn die Natur da entschädigt für alles! War echt einfach nur schön und hat uns als Abwechslung zur lauten, dreckigen Stadt echt gut getan =)

Nach dem Wandern ging es auf eine Finca, ein Landhaus einer Bekannten der Truppe. Da gabs leckeren Kuchen und Kaffee und auch da wars einfach so schön und idyllisch :)

Finca

Und das Beste: Es gab Babyziegen!!! Und ich LIEBE Babyziegen!!! ;)

BABYZIEGEN!! :)

Ja danach gings zurück und bis wir Zuhause waren, wars wirklich dann schon Abend.

Aber der Tag war ein voller Erfolg, gerne wieder!

 

Dann ist noch neu, dass wir seit Montag zum Schnuppern und Mitarbeiten in der Schule des Projekts sind. Fürs Spanischlernen ist das wirklich besser da. Denn die Kinder sind älter, reden mehr und besser und fragen einfach drauf los. Da lernt man wirklich schnell dazu.

Die größte Herausforderung war aber, dass ich gleich mal eine Englischlehrerin vertreten durfte. Das Problem war nur, dass die Kinder nicht genug Englisch verstehen, als dass man die Stunde auf Englisch halten könnte. Und mein Spanisch lässt halt doch noch zu wünschen übrig. Und eine Englischstunde auf Spanisch zu halten…puh da raucht der Kopf danach erst mal ;) Aber war echt ganz cool und hat Spaß gemacht! Bin gespannt, was die nächsten Tage da noch so bringen!

 

So das wars jetzt von mir :)

Grüße an alle in die Heimat, die Hassberge fehlen mir schon sehr manchmal!

Sarah

 

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¡Buenos Días Bogotá!

So ihr Lieben,

Nachdem wir hier jetzt endlich Internet haben und es mal geklaptt hat auch Bilder hochzulasen, kann ich mich mal drüber machen, was für meinen Blog zu schreiben!

Die ersten zwei Woche hier in Bogotá waren natürlich voller neuer Eindrücke, so viele, dass ich nicht mal genau weiß, wo ich anfangen soll und ich vergess eh über die Hälfte. Aber besser als gar nichts ;)

Über den Wolken...

Dienstag vor zwei Wochen, also am 06.09. sind Laura von Frankfurt aus aufgebrochen in unser Abenteuer Kolumbien. Ortszeit 19 Uhr sind wir hier dann etwa gelandet und kaum im Auto war mir schon eines klar: Die fahren wie die Bekloppten! Blinker setzen wird absolut überbewertet, stattdessen erfreut sich die Hupe hier enormer Beliebtheit!

Wir sind dann direkt zu unserer Wohnung gebracht worden und inzwischen haben wir uns ganz nett eingerichtet. Zur Wohnung muss man sagen, dass sie für hiesige Verhältnisse wirklich schön ist, nach einigen Pannen geht inzwischen auch alles (Herd, Wasser, Kühlschrank, Internet), aber vor allem das Bad entspricht nicht ganz deutscher Gewohnheit: Unsere Dusche geht nur ab und an warm – eher lauwarm und man darf hier wegen des geringen Wasserdrucks kein Papier ins Klo werfen. Ist reine Gewöhnungssache, aber kalt duschen ist und bleibt eine Tortur für mich!! Dazu kommt, dass es hier nachts schon recht abkühlen kann und die Fenster null isolieren, d.h. in der Früh ist es wirklich frisch im Bad und im Esszimmer, aber was solls: Härtet ab! Man muss sich halt warm anziehen, dann geht das alles ;)

Zimmer ist natürlich auch schon eingerichtet und sämtliche Bilder, Kalender und Sonstiges aufgehängt! =)

Und weil eh jeder wissen will, wie wir hier wohnen, jetzt erstmal ein paar Bilder:

unser riesiges Esszimmer mit Küche... in der früh hats da drin gefühlte 5 grad ;)

Bad (mit inzwischen auch blickdichten Scheiben...)

Mein Zimmer =)

Wohnzimmer

Das Klima hier in Bogotá ist sowieso einfach nur verrückt. Ohne Jacke darf man das Haus nicht verlassen, auch wenn’s noch so schön draußen aussieht. Es braucht manchmal keine 10 Minuten und das Wetter ändert sich. Hat man eben noch Sonne und angenehme Tshirt Temperatur, kann es 5 Minuten später zuziehen, vielleicht regnen und auf einige Grad weniger abkühlen. Man ist eigentlich nur damit beschäftigt seine Jacke an und aus zu ziehen. Aber das ist eben Bogotá!

Ansonsten ist Bogotá einfach nur laut und ziemlich dreckig, aber man lernt darüber hinweg zu sehen und zu hören. Inzwischen find ichs sogar recht schön. Nicht mal im Zentrum, wo die eigentlichen Sehenswürdigkeiten liegen, ist es leider wirklich ordentlich. Erst wenn man weiter in den Norden fährt, wo die Reichen wohnen, wird es anschaulicher. Nachdem wir aber im Süden wohnen, wo die Armen leben, dauert es eine ganze Weile, bis man mal gen Norden gefahren dort ist. Aber ganz in der Nähe gibt es auch einen großen Park, das ist wie eine kleine Oase inmitten der Großstadt. Also ich sag es ganz ehrlich: damit, dass hier niemand seinen Müll trennt und einfach auf die Straße wirft, komm ich nicht klar, furchtbar! Aber uns bleibt auch nichts anderes übrig. Dort liegt das Zeug dann auf dem Weg, die vielen Straßenköter kommen und wühlen in den Tüten und dann liegt erst mal alles da, bis der Aufräumdienst und die Müllabfuhr kommt. Und auch sonst schmeißen die Leute einfach alles dahin, wo sie grad wollen. Die machen eh alle, was sie wollen, vor allem was Musik betrifft. Da versucht einer den anderen zu überbieten und bestrahlt die ganze Straße. Lang ausschlafen ist hier auch eher nicht drin, dafür wird es frühs zu schnell sehr laut draußen. Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit.

Unser Viertel

Blick über den armen Süden

Wir haben natürlich auch schon in das Projekt reingeschnuppert und ich muss sagen, ich find es wirklich sehr schön! Für die nächste Zeit werden wir in der Kindertagesstätte helfen. Da kommen die Kleinen in der Früh um 8 und bleiben bis etwa 4 oder halb 5. Wir helfen halt bei der Betreuung, wenn die Kleinen essen, Siesta halten usw. Mir gefällt es sehr gut dort. Die Kleinen sind wirklich zuckersüß! Die Schwestern und die Mitarbeiter sind alle sehr sehr nett und bemühen sich, wo sie nur können. Der Oberhammer ist aber unsere Arbeitskleidung ;) Ne schnieke Bluse und wenn’s ums Essen helfen geht noch Kopftuch und Mundschutz (Bilder folgen). Insgesamt sind die Leute hier in Kolumbien aber einfach wahnsinnig offen und herzlich, das ist wirklich toll!

Am ersten Wochenende sind Mitarbeiter aus dem Projekt mit uns mal ins Zentrum gefahren. Dort haben wir mal einige der bekanntesten Plätze abgeklappert. Unter anderem die Catedral Primada de Colombia, Plaza Bolivar, das Unabhängigkeitsmuseum (Casa del Florero) und natürlich das Museo del oro – das Goldmuseum. Das ist also wirklich beeindruckend und schön, was dort ausgestellt ist. Und was mich am meisten überrascht hat: Sonntags freier Eintritt, ansonsten umgerechnet einen Euro. Dinge wie Museen oder Dienstleistungen sind hier wirklich wahnsinnig günstig!

Catedral Primada de Colombia

Museo des Oro

Auch das Busfahren. Ist hier aber eh eine Sache für sich:

Es gibt den Transmilenio, ein Bussystem, was sich durch die gesamte Stadt zieht. Diese Busse haben eine eigene Spur auf der Straße und kommen dementsprechend schnell voran, halten aber eben nur an Transmilenio Stationen. Zu diesen Stationen kommt man wiederum mit Zubringerbussen. Wenn mans mal verstanden hat, ne klasse Sache! Dann gibt’s aber auch noch kleine Schrottbusse, die in den ganzen Vierteln rumfahren und die Leute aufsammeln. Die sind einfach nur verwirrend. Man stellt sich an die Straße, wartet, bis einer vorbeikommt und wenn man rechtzeitig das Ziel an der Frontscheibe lesen konnte hebt man die Hand, der Bus hält, man steigt ein und fährt mit. Und egal wo, wenn man raus will, einfach auf den Stopknopf drücken oder ruft „por acá“ oder Ähnliches und der Bus hält sofort am Straßenrand. Es sind übrigens Pauschalpreise, auch beim Transmilenio, man zahlt gleich viel, egal wohin man will. Sehr günstig, man kommt für ca. 50 ct einmal durch die ganze Stadt, wenn man will.

Am vergangenen Wochenede waren wir dann auf eigene Faust unterwegs. Samstag in einem Einkaufszentrum, um Nutella und eine beschichtete Pfanne aufzutreiben ;)

Das Essen hier ist bisher übrigens wirklich gut. Man bekommt eigentlich alles, was das Herz begehrt. Ansonsten gibt es halt immer Reis zu jeder Mahlzeit und manchmal befindet sich in einem Essen Reis, Kartoffeln und Nudeln auf einmal! Ach naja und das deutsche Brot fehlt mir jetzt schon ein wenig, hier gibts zum Großteil nur weiches und ja teils milchbrötchehaftes Brot und Käse gibts leider auch nur sowas Ähnliches wie Mozzarella. Dafür sind die Früchte, die Auswahl und deren Preis der Wahnsinn! Sowas von lecker!! ;)

Kleckern ist da vorprogrammiert: Milch und Wasser

Sonntag haben wir einen Ausflug auf den Cerro de Monserrate gemacht. Das ist ein Berg in Bogotá, auf dem eine Kirche steht, zu der viele Menschen wegen der Figur des gefallenen Herrn pilgern. Man kann dort mit Seil- bzw. Zahnradbahn hochfahren oder einen Kreuzweg nach oben gehen. Die Aussicht ist wirklich wahnsinn. Leider war bei uns das Wetter nicht so optimal, aber trotzdem war es dort wirklich schön! Und die Luft dort…zu gut;)

Cerro de Monserrate im Hintergrund

Blick vom Monserrate über die Stadt

So, jetzt seh ich grad, dass es doch schon recht viel geworden ist, was ich geschrieben habe, obwohl ich noch viel mehr schreiben könnte, aber alles zu seiner Zeit ;)

Soweit erst mal von mir, liebe Grüße nach Deutschland!

Hasta luego ;)

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